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"Ich bin mir selber fremd geworden"

 

Stimmen aus dem Frauenzuchthaus Hoheneck (DDR)

Exposé. Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der friedlichen Revolution planen das Musiktheater-Kollektiv Schatz & Schande und das Musik-Ensemble Neue Kammer ein Projekt zu DDR-Geschichte. Es wird dabei um politische Haft in der DDR am Beispiel des Frauenzuchthauses Hoheneck, dem größten und berüchtigtsten Frauengefängnis der DDR, gehen. Geplant ist ein Hybrid zwischen Musiktheater, Performance und Konzert, das eine künstlerische Form der Erinnerungskultur anstrebt.

Ausgangspunkt bildet ein Band mit Gedichten, die während der Haft in Hoheneck verfasst wurden. Philipp Rücker wird auf Grundlage dieser Gedichte eine etwa 40minütige Komposition für 6 Sänger*innen und Streichquintett schaffen. Ihre Aufführung durch die Neue Kammer wird von der Musiktheater-Regisseurin Leonie Sowa inszeniert, in Zusammenarbeit mit der Medienkünstlerin Leila Brinkmann und dem Lichtkünstler Franz Lehmann.

Flankiert wird die Performance von einem informativen Programmheft und einem Publikumsgespräch. Geplant sind drei Veranstaltungen im November 2024, zwei im ZiMMT in Leipzig und eine in der Gedenkstätte Bautzener Straße in Dresden. Für Februar 2025 sind zwei weitere Veranstaltungen geplant, eine in der Gedenkstätte

Hoheneck in Stollberg und eine im Lern- und Gedenkort-Kaßberg-Gefängnis Chemnitz.​​

 

Beweggrund und Geschichte. Wir, die beteiligten Künstler*innen sind Teil jener Generation von Nachwendekindern, deren Aufwachsen von den Nachwirkungen des politischen Umschwungs massiv geprägt war. Vor dem Mauerfall liegt Unrecht, Wunden die sich (noch) nicht schließen konnten und danach, im Zuge der Wiedervereinigung sind neue Wunden hinzugekommen. Die „Erinnerung von unten“ (nach A. Assmann), eine Aufarbeitung des Gewesenen, der kollektiven Traumata und Verwerfungen in der ostdeutschen Bevölkerung und scheint auch im 35. Jahr nach dem Mauerfall notwendig für ein Zusammenwachsen und eine gesamtdeutsche Demokratie. Wie man an den aktuellen politischen Verwerfungen und der breiten Zustimmung für offen antidemokratische Kräfte, auch im Osten ablesen kann. Wir sehen unsere Generation in einer besonderen Weise verantwortlich, als Brückenbauer zu fungieren und uns für gegenseitiges Verständnis einzusetzen. Mit diesem Projekt wollen wir einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Das Frauenzuchthaus Hoheneck ist das Sinnbild politisch-verfolgter Frauen 1945 bis 1989 in der DDR. Hoheneck war berühmt für menschenunwürdige Haftbedingung, Überbelegung, Krankheiten, Erniedrigung, sowie Zersetzungsmaßnahmen, bis hin zur Folter.

Wir wollen Licht auf diesen Teilaspekt der Deutschen Geschichte werfen, an das erlittene Leid erinnern, es vor dem Vergessen bewahren und die Stimmen der Frauen aus Hoheneck noch einmal laut werden lassen. Daher stehen ihre Kunstwerke, Gedichte die in der Haft in Hoheneck geschrieben wurden, im Mittelpunkt.

 

Über jegliche Form der Unterstützung für dieses uns ungemein wichtige Projekt – u.a. in Gestalt einer Patenschaft oder als Gesprächspartner:in für eines der Publikumsgespräche - würden wir uns sehr freuen.

Schatz & Schande - Neue Kammer, Leipzig, Juli 2024

70 Jahre Deutscher Musikrat

“Ich bin mir selber fremd geworden”

Stimmen aus dem Frauenzuchthaus Hoheneck (DDR)

15.//16.//17.11.2024

gemeinsam mit Musiktheater-Kollektiv: Schatz & Schande

Kooperation

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Schatz & Schande - Musiktheater-Kollektiv

Leila Brinkmann - Medienkünstlerin

Franz Lehmann - Audiovisueller Künstler & Lichttechnik

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Gefördert durch:

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